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Keramikimplantate

Keramikimplantate sind weiße Zahnimplantate aus rein vollkeramischen Materialien. Wie herkömmliche Titanimplantate werden sie als künstliche Zahnwurzel in den Kieferknochen eingesetzt und im Anschluss an die Einheilungsphase mit einem prothetischen Aufbau versorgt, um einen fehlenden Zahn zu ersetzen.

Keramikimplantate – Metallfreie Implantologie

Moderne Vollkeramik-Implantate bestehen aus einer sehr hochwertigen keramischen Verbindung aus Zirkoniumoxid, oft auch als Zirkonoxid bezeichnet. Hierbei wird der große Erfahrungsschatz in den letzten Jahrzehnten im Zahnersatz-Bereich herangezogen. Zahnärzte nutzen Keramikimplantate in der Zahnmedizin vor allem der Ästhetik wegen und um dem größer werdenden Wunsch einer metallfreien Implantologie nachzukommen. Der weiße Zahnersatz hat den Vorteil unauffälliger zu sein als Alternativen aus Titan.

Für wen sind Zahnimplantate aus Keramik geeignet?

Ein Implantat aus Keramik wird in der Zahnmedizin besonders häufig bei Patienten mit einem hohen Anspruch an Ästhetik eingesetzt. Besonders in der Frontzahnregion kommen die weißen Keramikimplantate zum Einsatz, da das helle Material auch bei einer dünnen Schleimhaut nicht durch das Zahnfleisch durchschimmert. So haben die modernen Keramikimplantate besonders bei Patienten mit einer hohen Lachlinie einen hohen ästhetischen Nutzen.
Für manche Menschen ist die Vorstellung zudem unangenehm, Metall im Mund zu haben. Kleinste Titanpartikel werden an die Umgebung abgegeben und können dort unerwünschte lokale und systemische Entzündungen auslösen. Für gesunde Menschen stellt dies im Normalfall kein Problem dar, da sie genügend Energie haben solche Reizungen zu kompensieren.
Eine weitere Indikation für Implantate aus Keramik stellt die Unverträglichkeit gegenüber Metallen, insbesondere Titan, dar. Eine Titanunverträglichkeit kann mithilfe eines Titanstimulationstests (Bluttest) überprüft werden. Solche Tests zeigen bei ca. 20 % der Patienten ein positives Ergebnis. Bei einer Unverträglichkeit sollte in diesen Fällen bei Implantaten und herausnehmbarem Zahnersatz auf metallfreie Alternativen zurückgegriffen werden. Zirkonoxid ist ein absolut biokompatibles (biologisch gewebeverträglich), metallfreies Material, das keine metallbasierten Unverträglichkeitsreaktionen auslöst. Ein Freiwerden von Zirkonimplantat-Partikeln ins Gewebe ist nicht feststellbar und Keramik wird auch nicht durch Speichel angelöst. Durch die, für das Gewebe sehr gut verträgliche, Keramik können keine Allergien oder Unverträglichkeiten entwickelt werden. Auch ein Zahnfleischrückgang ist bei Keramikimplantaten nicht zu erwarten, da das Zahnfleisch, im Vergleich zu Titan, sehr gut an das Material anwächst. Durch eine geringere Bakterien-Anhaftung, ist die Plaque-Affinität bei Keramik geringer und die Entzündungsgefahr niedriger. Wer auf der Suche nach biokompatiblen metallfreien Implantaten ist, sollte sich bei einem Zahnarzt weiterführende Informationen einholen. Unser Zahnärzte-Team berät Sie gerne zum Thema Implantologie und Zahnersatz und steht Ihnen für alle Fragen zur Seite.

Keramikimplantate oder Titanimplantate?

Seit Jahrzehnten wird in der Implantologie von Zahnärzten Titan verwendet, da es sich durch eine hohe Stabilität auszeichnet und von den meisten Patienten gut vertragen wird. Doch worin liegt der Unterschied zu modernen Keramikimplantaten?

Titanimplantate

Das Material Titan (“Reintitan” mit einer Reinheit von 99,9 %) eignet sich aufgrund seiner hohen Belastbarkeit gut für Implantate. Es ist sehr biegsam und erreicht bereits mit kurzen Implantaten eine gute Primärstabilität. Die Oberfläche der Implantate wird mit Sauerstoff beschichtet. Der Körper erkennt diese Sauerstoff-Schicht und bildet neuen Knochen und das Implantat kann einheilen. Eine ausreichende Osseointegration (Integration in den Knochen) dauert, je nach Ausgangslage, zwischen 6 Wochen und 6 Monaten.

Keramikimplantate

Keramikimplantate bestehen aus Zirkonoxid und sind die metallfreie Alternative zu Titanimplantaten. Aufgrund ihrer guten Verträglichkeit mit dem Gewebe können sie keine Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen. Aufgrund der hellen Farbe des Materials bietet es im Vergleich zu dem grauen Titan einen ästhetischen Vorteil. Das Haupteinsatzgebiet ist die ästhetisch anspruchsvolle Frontzahnregion. Vor allem bei Patienten mit einer hohen Lachlinie (Gummy Smile) und zusätzlich dünnem Schleimhauttyp kann das Durchschimmern der dunklen Titanimplantate somit verhindert werden. Die Bearbeitung des Materials gestaltet sich jedoch schwieriger als bei Titan und ist mit höheren Kosten verbunden.

Wie lange halten Keramikimplantate?

Um die Haltbarkeit von Implantaten zu unterstützen, sollte auf die gründliche Mundhygiene geachtet werden. Faktoren wie Rauchen und dauerhafte Entzündungen im Mund reduzieren die Haltbarkeit von Zahnimplantaten. Risikofaktoren, die den Knochenstoffwechsel stören, zu denen auch Parodontitis, Rheuma oder verschiedene Medikamente gehören, sollten im Vorfeld der Implantation untersucht und abgeklärt werden. Stoffwechsel-beeinträchtigende Erkrankungen des Patienten können die Haltbarkeit eines Implantats negativ beeinflussen, führen jedoch nicht zwangsläufig zu einem Implantatverlust. Studien zeigen, dass 80 bis 90 % der Implantate auch noch nach 10 Jahren voll funktionstüchtig sind.
Damit bakterielle Zahnbeläge nicht zu Entzündungen des Zahnhalteapparates führen, sollte zusätzlich zur täglichen Mundhygiene in regelmäßigen Abständen eine professionelle Zahnreinigung und Implantat-Prophylaxe durchgeführt werden. Dadurch kann das Risiko von Infektionen gemindert werden. Mit der richtigen Pflege und Belastung der Zahnimplantate, ist ein Implantat in seiner Haltbarkeit nicht eingeschränkt.